Was bedeutet Aujeszkysche Krankheit Hund? Woran erkennt man die gefährliche Infektion? Kann sich ein Hund durch rohes Schweinefleisch anstecken? Und besteht nach dem Kontakt mit einem Wildschwein noch eine Chance auf Heilung?
Die Aujeszkysche Krankheit beim Hund ist eine seltene, jedoch fast immer tödlich verlaufende Virusinfektion. Hunde stecken sich hauptsächlich durch direkten Kontakt zu infizierten Wildschweinen oder durch das Fressen von rohem Schweinefleisch, Blut und Innereien an. Besonders gefährdet sind deshalb Jagdhunde.
Zu den wichtigsten Warnzeichen gehören plötzlich auftretender starker Juckreiz, Unruhe, Speicheln, Schluckbeschwerden, Erbrechen und neurologische Störungen. Eine heilende Behandlung oder Schutzimpfung für Hunde gibt es derzeit nicht. Daher ist konsequente Vorbeugung entscheidend.
Tiermedizinischer Notfall: Hat Ihr Hund rohes Wildschweinfleisch gefressen, einen Wildschweinkadaver beleckt oder direkten Kontakt zu einem Wildschwein gehabt, rufen Sie sofort eine Tierarztpraxis an. Warten Sie nicht auf erste Symptome und kündigen Sie den möglichen Aujeszky-Verdacht telefonisch an.
Aujeszkysche Krankheit Hund im Überblick
| Merkmal | Angabe |
| Offizieller Name | Aujeszkysche Krankheit |
| Andere Namen | Pseudowut, Pseudorabies, Aujeszky-Krankheit |
| Erreger | Suides Herpesvirus 1, kurz SuHV-1 |
| Natürlicher Hauptwirt | Haus- und Wildschwein |
| Besonders gefährdete Hunde | Jagdhunde, freilaufende Hunde und Hunde mit Zugang zu rohem Schweinefleisch |
| Inkubationszeit | Meist 2 bis 9 Tage |
| Typisches Warnzeichen | Plötzlich einsetzender, extremer Juckreiz |
| Weitere Symptome | Unruhe, Speicheln, Erbrechen, Schluckstörungen, Lähmungen und Krämpfe |
| Krankheitsverlauf | Sehr schnell und praktisch immer tödlich |
| Behandlung | Keine heilende Therapie verfügbar |
| Impfung für Hunde | Nicht verfügbar |
| Ansteckung von Hund zu Hund | Gilt nicht als üblicher Infektionsweg |
| Gefahr für Menschen | Nach aktuellem Kenntnisstand keine |
| Wichtigster Schutz | Kein rohes Schweinefleisch und kein Kontakt zu Wildschweinen |
Was ist die Aujeszkysche Krankheit beim Hund?
Die Aujeszkysche Krankheit ist eine durch ein Herpesvirus verursachte Tierkrankheit. Ihr Erreger heißt Suides Herpesvirus 1. Häufig werden auch die Abkürzung SuHV-1 sowie die Bezeichnungen Aujeszky-Virus und Pseudowut-Virus verwendet.
Haus- und Wildschweine bilden das natürliche Reservoir des Erregers. Ein infiziertes Schwein kann die Krankheit überleben und das Virus anschließend dauerhaft in seinem Körper tragen. Ähnlich wie andere Herpesviren kann sich SuHV-1 zurückziehen und später wieder aktiv werden.
Hunde sind dagegen sogenannte Fehlwirte. Das Virus kann sich in ihnen zwar vermehren und das Nervensystem schwer schädigen, wird aber normalerweise nicht dauerhaft weitergegeben. Beim Hund schreitet die Infektion sehr schnell voran und endet fast ausnahmslos tödlich.
Außer Hunden können sich unter anderem folgende Tiere infizieren:
- Katzen
- Rinder
- Schafe
- Ziegen
- Füchse
- Marder
- Nagetiere
- weitere fleischfressende Säugetiere
Bei vielen dieser Fehlwirte nimmt die Erkrankung ebenfalls einen tödlichen Verlauf.
Warum heißt die Aujeszkysche Krankheit auch Pseudowut?
Die Bezeichnung Pseudowut bedeutet „falsche Wut“. Sie entstand, weil manche Krankheitszeichen an Tollwut erinnern. Dazu gehören starke Unruhe, Verhaltensänderungen, Speicheln, Schluckstörungen, Lähmungen und neurologische Ausfälle.
Trotzdem sind Aujeszkysche Krankheit und Tollwut nicht identisch:
| Merkmal | Aujeszkysche Krankheit | Tollwut |
| Erreger | Suides Herpesvirus 1 | Rabiesvirus beziehungsweise andere Lyssaviren |
| Hauptreservoir | Haus- und Wildschweine | Je nach Region vor allem Hunde, Füchse oder Fledermäuse |
| Gefahr für Menschen | Keine bekannte Gefahr | Für Menschen lebensgefährlich |
| Impfung für Hunde | Nicht verfügbar | Verfügbar |
| Typischer Juckreiz | Häufig sehr stark | Kein charakteristisches Hauptsymptom |
| Verlauf beim Hund | Nahezu immer tödlich | Nach Ausbruch ebenfalls tödlich |
Eine tierärztliche Untersuchung bleibt dennoch zwingend erforderlich. Neurologische Symptome können neben Aujeszky und Tollwut auch durch Vergiftungen, Epilepsie, Gehirnentzündungen oder andere schwere Erkrankungen entstehen.
Wie steckt sich ein Hund mit dem Aujeszky-Virus an?
Bei der Suchanfrage aujeszkysche krankheit hund geht es häufig um rohes Schweinefleisch. Tatsächlich gehört dessen Verfütterung zu den wichtigsten vermeidbaren Risiken. Daneben kann sich ein Hund bei direktem Kontakt zu einem infizierten Wildschwein anstecken.
Die wichtigsten Übertragungswege
Eine Infektion ist insbesondere möglich durch:
- Fressen von rohem Schweine- oder Wildschweinfleisch
- Aufnahme roher Innereien oder Schlachtabfälle
- Fressen von Aufbruch nach einer Jagd
- Belecken oder Anfressen eines Wildschweinkadavers
- Kontakt mit Blut, Speichel oder Nasensekret
- Bissverletzungen durch ein infiziertes Wildschwein
- Beißen und Zerren an einem erlegten Wildschwein
- indirekten Kontakt mit kontaminierten Gegenständen oder Flächen
Vor allem Blut- und Schleimkontakt sowie die Aufnahme infektiösen Fleisches gelten bei Hunden als bedeutende Infektionswege. Wildschweine können den Erreger tragen, ohne auffällige Krankheitszeichen zu zeigen. Ein äußerlich gesund wirkendes Tier ist daher nicht automatisch frei vom Virus. Hessisches Landeslabor
Können sich Hunde über Wildschweinkot anstecken?
Ausscheidungen infizierter Schweine können den Erreger enthalten. Das größte Risiko besteht jedoch beim direkten Kontakt mit einem infizierten Tier, dessen Blut, Speichel, Gewebe oder Innereien.
Ein kurzer Kontakt mit einer möglicherweise verunreinigten Waldfläche bedeutet nicht automatisch, dass sich der Hund infiziert hat. Dennoch sollten Halter verhindern, dass ihr Hund Wildschweinkot, Kadaverreste oder andere tierische Bestandteile frisst.
Ist eine Übertragung von Hund zu Hund möglich?
Eine Weitergabe von Hund zu Hund gilt nicht als typischer Übertragungsweg. Der Hund ist ein Fehlwirt und trägt nicht wesentlich zur Aufrechterhaltung des Infektionskreislaufs bei.
Ein erkrankter Hund sollte trotzdem von anderen Tieren getrennt bleiben. Dafür sprechen allgemeine Hygiene, das Risiko von Bissverletzungen bei neurologischen Störungen und die Möglichkeit, dass zunächst eine andere ansteckende Krankheit hinter den Symptomen steckt.
Ist rohes Schweinefleisch für Hunde gefährlich?
Rohes Fleisch von Haus- und Wildschweinen sollte grundsätzlich nicht an Hunde verfüttert werden. Das betrifft ebenfalls rohe Innereien, Knochen mit Fleischresten, Blut, Aufbruch und nicht ausreichend erhitzte Schlachtabfälle.
Das Aujeszky-Virus wird durch gewöhnliche Fleischreifung nicht zuverlässig zerstört. Auch Pökeln macht Fleisch nicht sofort sicher. Nach Angaben des niedersächsischen Tierseucheninformationssystems kann das Virus in gepökeltem Fleisch bis zu 20 Tage infektiös bleiben. Tierseucheninfo Niedersachsen
Gilt das auch für Schweineohren und Kauknochen?
Im Handel angebotene Schweineohren und andere Kauartikel werden normalerweise getrocknet oder auf andere Weise verarbeitet. Allerdings ist Trocknung nicht dasselbe wie vollständiges Erhitzen. Entscheidend sind die Herkunft und das Herstellungsverfahren.
Halter sollten deshalb:
- nur Produkte seriöser Hersteller kaufen
- auf kontrollierte Herkunft achten
- keine selbst getrockneten Wildschweinteile anbieten
- rohe oder nur luftgetrocknete Produkte unbekannter Herkunft vermeiden
- bei Unsicherheit den Hersteller oder Tierarzt fragen
Ist gekochtes Schweinefleisch für Hunde erlaubt?
Vollständig durchgegartes Schweinefleisch aus kontrollierter Herkunft gilt bezüglich des Aujeszky-Virus als sicherer. Es sollte ungewürzt, ohne Zwiebeln oder Knoblauch und ohne gekochte Knochen verfüttert werden.
Gekochte Knochen sind für Hunde ungeeignet, da sie splittern und Verletzungen im Maul oder Verdauungstrakt verursachen können. Außerdem sollte Schweinefleisch nur einen passenden Teil einer ausgewogenen Fütterung bilden.
Aujeszkysche Krankheit Hund: Inkubationszeit
Die Inkubationszeit der Aujeszkyschen Krankheit beim Hund beträgt gewöhnlich etwa zwei bis neun Tage. In dieser Zeit erscheint der Hund möglicherweise noch völlig gesund.
Die genaue Dauer hängt unter anderem davon ab:
- wie viel Virus aufgenommen wurde
- auf welchem Weg die Infektion erfolgte
- an welcher Körperstelle ein Kontakt oder Biss stattfand
- wie weit der Eintrittsort vom zentralen Nervensystem entfernt liegt
- wie der allgemeine Gesundheitszustand des Hundes ist
Nach dem Auftreten erster deutlicher Beschwerden verschlechtert sich der Zustand häufig innerhalb weniger Stunden oder Tage.
Aujeszkysche Krankheit Hund: Symptome erkennen
Die frühen Beschwerden sind teilweise unspezifisch. Deshalb ist die Information über einen vorherigen Wildschweinkontakt für den Tierarzt besonders wichtig.
Frühe Symptome
Am Anfang können folgende Veränderungen auftreten:
- ungewöhnliche Unruhe
- Nervosität oder Ängstlichkeit
- Teilnahmslosigkeit
- Futterverweigerung
- Erbrechen
- verstärktes Hecheln
- starkes Speicheln
- häufiges Schlucken
- Probleme beim Fressen oder Trinken
- verändertes Bellen oder Jaulen
- erhöhte Körpertemperatur
- plötzliches Verstecken
Nicht jeder Hund zeigt alle Symptome. Außerdem können ähnliche Beschwerden bei Vergiftungen, Fremdkörpern, Magen-Darm-Erkrankungen und verschiedenen neurologischen Problemen auftreten.
Extremer Juckreiz als typisches Anzeichen
Das charakteristischste Symptom ist ein plötzlich auftretender, sehr starker Juckreiz. Dieser wird teilweise als „Juckseuche“ bezeichnet.
Betroffen sind häufig:
- Schnauze
- Lippen
- Wangen
- Augenbereich
- Ohren
- Hals
- Brust
- Stelle einer Biss- oder Kontaktverletzung
Der Hund kratzt, reibt oder beißt sich teilweise so heftig, dass offene Wunden entstehen. Manche Tiere verletzen sich innerhalb kurzer Zeit erheblich.
Allerdings tritt der typische Juckreiz nicht in jedem Fall auf. Fehlender Juckreiz schließt die Aujeszkysche Krankheit beim Hund daher nicht aus.
Neurologische Symptome
Sobald das Virus Gehirn und Rückenmark schädigt, können schwere neurologische Beschwerden hinzukommen:
- schwankender oder unsicherer Gang
- Koordinationsstörungen
- Muskelzittern
- Krämpfe
- Lähmungen
- eingeknickte Hinterbeine
- kreisförmiges Laufen
- Orientierungslosigkeit
- Bewusstseinsstörungen
- Atemprobleme
- Zusammenbruch
Manche Hunde zeigen Wesensveränderungen oder eine ungewöhnliche Erregung. Ausgeprägte Aggressivität ist aber kein zwingendes Symptom. Das Tier leidet eher unter massiver Unruhe, Juckreiz und fortschreitenden Nervenschäden.
Wie schnell verläuft die Aujeszkysche Krankheit beim Hund?
Die Erkrankung nimmt nach Beginn der Symptome meistens einen rasanten Verlauf. Der Tod kann innerhalb weniger Stunden bis Tage eintreten. Ursachen sind schwere Gehirn- und Rückenmarksschäden, Atemlähmung oder Kreislaufversagen.
Offizielle Veterinärbehörden beschreiben die Infektion bei Hunden und Katzen als tödlich. Eine verlässliche Heilung ist nicht bekannt. Landkreis Birkenfeld
Kann ein Hund die Aujeszkysche Krankheit überleben?
Ein Überleben nach Ausbruch klinischer Symptome ist praktisch nicht zu erwarten. Gelegentliche Internetberichte über angeblich geheilte Hunde sollten nicht als Beweis für eine wirksame Therapie gelten. Ähnliche Krankheitsbilder können anfangs falsch zugeordnet werden, während eine endgültige Aujeszky-Diagnose nur durch einen Labornachweis gesichert werden kann.
Besteht ein starker Verdacht und leidet der Hund bereits unter schweren neurologischen Symptomen, kann eine Einschläferung notwendig werden. Sie soll dem Tier weiteres Leiden ersparen. Die Entscheidung trifft der behandelnde Tierarzt nach Untersuchung und Bewertung der Situation.
Gibt es eine Behandlung gegen die Aujeszkysche Krankheit beim Hund?
Eine heilende Therapie steht nicht zur Verfügung. Medikamente können das Virus im Nervensystem nicht zuverlässig stoppen.
Antibiotika helfen ebenfalls nicht, weil sie nur gegen bestimmte Bakterien wirken. Die Aujeszkysche Krankheit wird dagegen durch ein Virus verursacht. Auch eine rein unterstützende Versorgung kann den tödlichen Verlauf nach Auftreten deutlicher Symptome normalerweise nicht verhindern.
Gibt es eine Impfung für Hunde?
Nein. Für Hunde gibt es keine zugelassene Schutzimpfung gegen die Aujeszkysche Krankheit. Impfstoffe, die im Rahmen der Schweinehaltung eingesetzt wurden oder werden, sind nicht für Hunde bestimmt und dürfen keinesfalls auf eigene Initiative angewendet werden.
Da weder Impfung noch Heilbehandlung verfügbar sind, bleibt die Vermeidung einer Ansteckung der einzige zuverlässige Schutz.
Was tun nach Kontakt mit einem Wildschwein?
Ein möglicher Kontakt bedeutet nicht automatisch, dass sich der Hund angesteckt hat. Trotzdem sollte die Situation ernst genommen werden.
Sofortmaßnahmen nach einem Risikokontakt
- Entfernen Sie den Hund vom Wildschwein oder Kadaver.
- Verhindern Sie, dass er weiteres Fleisch, Blut oder Gewebe aufnimmt.
- Kontrollieren Sie ihn vorsichtig auf Biss- und Schnittverletzungen.
- Rufen Sie unverzüglich eine Tierarztpraxis oder Tierklinik an.
- Beschreiben Sie Art, Ort und Zeitpunkt des Kontakts genau.
- Teilen Sie mit, ob der Hund Fleisch oder Innereien gefressen hat.
- Beobachten Sie ihn engmaschig, ohne dadurch den Tierarztbesuch zu verzögern.
- Fahren Sie nicht unangekündigt mit einem neurologisch auffälligen Hund in ein volles Wartezimmer.
Versuchen Sie nicht, den Hund ohne tierärztliche Anweisung zum Erbrechen zu bringen. Hausmittel wie Salz oder Wasserstoffperoxid können zusätzliche Vergiftungen und schwere Verletzungen verursachen.
Welche Informationen braucht der Tierarzt?
Hilfreich sind möglichst genaue Angaben:
- Wann fand der Kontakt statt?
- Handelte es sich um ein lebendes oder totes Wildschwein?
- Wurde der Hund gebissen?
- Hat er Blut, Fleisch oder Innereien aufgenommen?
- Wie viel könnte er gefressen haben?
- Wo geschah der Vorfall?
- Gibt es dort bekannte Aujeszky-Nachweise?
- Zeigt der Hund bereits Juckreiz oder Verhaltensänderungen?
Wie wird die Aujeszkysche Krankheit beim Hund diagnostiziert?
Der Tierarzt beginnt mit der Krankengeschichte und einer körperlichen sowie neurologischen Untersuchung. Besonders wichtig sind Hinweise auf eine Jagd, einen Waldspaziergang, einen Kadaverkontakt oder die Fütterung mit rohem Schweinefleisch.
Mögliche Untersuchungen
Je nach Situation können folgende Schritte notwendig sein:
- allgemeine und neurologische Untersuchung
- Blutuntersuchung
- Ausschluss einer Vergiftung
- Prüfung auf Tollwut oder andere Infektionen
- bildgebende Untersuchung bei unklaren neurologischen Beschwerden
- direkter Virusnachweis im Labor
- Untersuchung von Gewebeproben
Ein endgültiger Nachweis erfolgt häufig über spezielle Laborverfahren wie die PCR. Da die Krankheit schnell verläuft, kann die sichere Bestätigung teilweise erst durch Gewebeproben nach dem Tod erfolgen.
Welche Krankheiten sehen ähnlich aus?
Zu den möglichen Differenzialdiagnosen gehören:
- Tollwut
- Vergiftungen
- Staupe
- epileptische Anfälle
- Hirnhaut- oder Gehirnentzündung
- Fremdkörper im Rachen
- schwere allergische Reaktion
- Hauterkrankungen mit starkem Juckreiz
- Bandscheiben- oder Rückenmarkserkrankungen
- andere neurologische Infektionen
Deshalb sollte ein Hund nicht allein aufgrund von Juckreiz als Aujeszky-Fall eingestuft werden. Der vorherige Kontakt zu Schweinen oder Wildschweinen ist ein entscheidender Hinweis.
Aujeszkysche Krankheit Hund in Deutschland
Deutschland gilt seit 2003 bezüglich seiner Hausschweinebestände als frei von der Aujeszkyschen Krankheit. Dieser Status wird durch regelmäßige Untersuchungen und Überwachungsprogramme abgesichert.
Allerdings ist das Virus nicht vollständig aus Deutschland verschwunden. Es wird weiterhin bei Wildschweinen in verschiedenen Regionen nachgewiesen. Die Häufigkeit unterscheidet sich je nach Bundesland und Gebiet.
In Niedersachsen wurden 2025 beispielsweise bei 291 Wildschweinen Antikörper gegen das Virus festgestellt. Bis dahin lagen dort Nachweise aus 29 Landkreisen vor. Ein Antikörpernachweis zeigt, dass das Wildschwein Kontakt mit dem Erreger hatte. Er beweist nicht automatisch, dass es zum Zeitpunkt der Untersuchung infektiös war. Tierseucheninfo Niedersachsen
Für einen gewöhnlichen Familienhund bleibt das Risiko gering, wenn:
- kein rohes Schweinefleisch verfüttert wird
- der Hund keine Wildschweine jagt
- er keine Kadaver oder Wildreste aufnimmt
- er im Wald kontrolliert geführt wird
Ist die Aujeszkysche Krankheit meldepflichtig?
Die Aujeszkysche Krankheit unterliegt tierseuchenrechtlichen Regelungen. Entscheidend sind dabei die betroffene Tierart und die konkrete Feststellung. Für Haus- beziehungsweise Nutzschweine gelten strenge Anzeige- und Bekämpfungsvorschriften. Nachweise bei Wildschweinen werden rechtlich anders behandelt.
Hundehalter müssen diese Unterschiede nicht selbst bewerten. Bei einem begründeten Verdacht sollte der behandelnde Tierarzt sofort informiert werden. Dieser stimmt die weiteren Schritte gegebenenfalls mit dem zuständigen Veterinäramt ab.
Aujeszkysche Krankheit Hund: Schutz und Vorbeugung
Weil es keine Impfung und keine heilende Therapie gibt, ist Prävention besonders wichtig.
Schutzmaßnahmen für alle Hundehalter
- Niemals rohes Schweine- oder Wildschweinfleisch verfüttern
- Keine rohen Innereien oder Schlachtabfälle geben
- Hunde von Wildschweinkadavern fernhalten
- Im Wald auf kontrollierten Freilauf achten
- Den Hund bei starkem Jagdtrieb anleinen
- Das Fressen von Kot, Aas und Wildresten verhindern
- Tote Wildschweine der zuständigen Behörde melden
- Nur Futtermittel aus nachvollziehbarer Herkunft verwenden
- Nach einem Risikokontakt sofort tierärztlichen Rat einholen
Bei Hunden, die draußen häufig Aas oder Kot aufnehmen, kann ein gut sitzender und zuvor trainierter Fressschutz hilfreich sein. Er muss dem Hund weiterhin Hecheln und Trinken ermöglichen.
Besondere Vorsicht bei Jagdhunden
Jagdhunde sind stärker gefährdet, da sie direkten Kontakt zu Wildschweinen haben können. Jäger sollten deshalb:
- unnötigen Kontakt mit Schwarzwild vermeiden
- Hunde nicht am erlegten Stück beißen lassen
- Hunde vom Streckenplatz fernhalten
- beim Aufbrechen keinen Zugang zu Blut oder Organen erlauben
- niemals rohen Aufbruch verfüttern
- Wildreste sicher entsorgen
- Transportboxen und Ausrüstung reinigen
- Bissverletzungen sofort tierärztlich versorgen lassen
- bei auffälligen Symptomen den vorherigen Jagdkontakt erwähnen
Wer gleichzeitig Jäger und Schweinehalter ist, muss besonders auf Biosicherheit achten. Jagdbekleidung, Schuhe, Werkzeuge und Fahrzeuge dürfen den Erreger nicht in einen Hausschweinebestand eintragen.
Ist die Aujeszkysche Krankheit für Menschen gefährlich?
Nach aktuellem Kenntnisstand ist die Aujeszkysche Krankheit für Menschen ungefährlich. Eine Übertragung auf Menschen ist nicht bekannt. Sie gilt daher nicht als typische Zoonose.
Trotzdem sollten Wildschweine und Kadaver nicht ohne Schutzhandschuhe berührt werden. Wildtiere können andere Krankheitserreger, Parasiten und Verunreinigungen tragen. Außerdem kann ein verletztes oder verängstigtes Wildschwein Menschen und Hunde schwer verletzen.
Häufige Irrtümer über die Aujeszkysche Krankheit beim Hund
„Deutschland ist Aujeszky-frei, also besteht keine Gefahr“
Das stimmt nur teilweise. Die anerkannten Freiheiten betreffen hauptsächlich den Hausschweinebestand. In Wildschweinpopulationen kommt das Virus weiterhin regional vor.
„Ein gesund aussehendes Wildschwein kann nicht infiziert sein“
Falsch. Wildschweine können eine Infektion überleben und äußerlich unauffällig wirken. Sie können das Virus als natürliche Wirte in sich tragen.
„Trocknen oder Pökeln macht Schweinefleisch sicher“
Nicht zuverlässig. Der Erreger kann in verarbeitetem, aber nicht ausreichend erhitztem Fleisch eine Zeit lang infektiös bleiben.
„Nur Jagdhunde können erkranken“
Falsch. Jagdhunde tragen zwar ein höheres Risiko. Grundsätzlich kann sich jedoch jeder Hund infizieren, wenn er rohes infektiöses Schweinefleisch frisst oder Kontakt mit einem infizierten Wildschwein hat.
„Starker Juckreiz beweist die Krankheit“
Nein. Juckreiz kann zahlreiche Ursachen haben. In Verbindung mit Wildschweinkontakt und neurologischen Beschwerden ist er jedoch ein ernstes Warnzeichen.
„Ohne Juckreiz ist Aujeszky ausgeschlossen“
Ebenfalls falsch. Obwohl starker Juckreiz charakteristisch ist, tritt er nicht zwingend bei jedem erkrankten Hund auf.
Fazit zur Aujeszkyschen Krankheit beim Hund
Das Fokus-Keyword aujeszkysche krankheit hund beschreibt eine seltene, aber äußerst gefährliche Virusinfektion. Betroffene Hunde entwickeln häufig starken Juckreiz, Speicheln, Erbrechen, Verhaltensänderungen, Koordinationsprobleme und Lähmungen. Nach Beginn der Symptome schreitet die Krankheit meistens sehr schnell voran und endet nahezu immer tödlich.
Das größte Risiko besteht durch Wildschweine, Kadaver, Blut, rohe Innereien und ungekochtes Schweinefleisch. Da weder eine Schutzimpfung noch eine heilende Behandlung verfügbar ist, bleibt Vorbeugung entscheidend. Hunde dürfen kein rohes Schweinefleisch bekommen und sollten im Wald sowie bei der Jagd zuverlässig kontrolliert werden.
Häufig gestellte Fragen zur Aujeszkyschen Krankheit Hund
Damit ist eine durch das Suide Herpesvirus 1 ausgelöste Infektion bei Hunden gemeint. Sie wird auch Pseudowut genannt und endet beim Hund fast immer tödlich.
Frühe Symptome können Unruhe, Futterverweigerung, Erbrechen, Speicheln, Schluckbeschwerden und Verhaltensänderungen sein. Besonders auffällig ist plötzlich einsetzender extremer Juckreiz, häufig am Kopf.
Die Inkubationszeit beträgt meistens zwei bis neun Tage. Danach kann sich der Zustand des Hundes sehr schnell verschlechtern.
Nach dem Ausbruch deutlicher Symptome ist ein Überleben praktisch nicht zu erwarten. Eine verlässlich wirksame Heilbehandlung existiert nicht.
Nein. Für Hunde steht derzeit keine Schutzimpfung zur Verfügung.
Nein. Hunde sollten weder rohes Hausschweinefleisch noch rohes Wildschweinfleisch, Blut, Knochen mit Fleischresten oder Innereien erhalten.
Vollständig durchgegartes Schweinefleisch aus kontrollierter Herkunft gilt bezüglich des Aujeszky-Virus als sicherer. Es sollte ungewürzt und ohne gekochte Knochen angeboten werden.
Eine Übertragung von Hund zu Hund gilt nicht als typischer Infektionsweg. Die wichtigsten Quellen sind infizierte Schweine, Wildschweine und deren rohe Gewebe oder Körperflüssigkeiten.
Nach aktuellem Kenntnisstand besteht für Menschen keine Gefahr. Die Krankheit darf trotz des Namens Pseudowut nicht mit der für Menschen gefährlichen Tollwut verwechselt werden.
Entfernen Sie den Hund sofort vom Kadaver und rufen Sie eine Tierarztpraxis an. Teilen Sie mit, ob der Hund das Tier nur beschnuppert, beleckt, gebissen oder Teile davon gefressen hat. Warten Sie nicht auf Symptome.
