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    Home » Hib Krankheit Hamburg: Fälle, Symptome und Impfung 2026
    Gesundheit

    Hib Krankheit Hamburg: Fälle, Symptome und Impfung 2026

    BerlinperfektBy BerlinperfektSeptember 3, 2026No Comments9 Mins Read
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    Wie gefährlich ist die Hib Krankheit in Hamburg? Wer gehört zur besonders betroffenen Gruppe? Welche Symptome können auf eine schwere Infektion hinweisen? Und müssen sich alle Menschen in Hamburg gegen Hib impfen lassen?

    In Hamburg hält ein Ausbruch invasiver Infektionen mit Haemophilus influenzae Typ b, kurz Hib, an. Seit September 2024 wurden bis Juli 2026 insgesamt 37 Fälle erfasst. Bei 32 Erkrankungen ließ sich durch Genomsequenzierung eine enge Verwandtschaft der Erreger nachweisen. Fünf Menschen sind im Zusammenhang mit dem Ausbruch gestorben.

    Betroffen sind bislang vor allem Erwachsene aus dem Umfeld der Drogenszene rund um den Hamburger Hauptbahnhof. Viele Erkrankte konsumierten inhalative Drogen oder waren wohnungslos. Für Kinder, Jugendliche und gesunde Erwachsene sieht die Hamburger Sozialbehörde dagegen kaum einen Grund zur Sorge.

    Trotzdem darf die Krankheit nicht unterschätzt werden: Gelangen Hib-Bakterien in normalerweise keimfreie Körperbereiche wie Blut oder Gehirnflüssigkeit, können sie unter anderem eine Blutvergiftung, Hirnhautentzündung oder schwere Lungenentzündung verursachen. Ein solcher Verlauf kann sich innerhalb weniger Stunden lebensbedrohlich entwickeln.

    Hib Krankheit Hamburg im Überblick

    MerkmalAktueller Stand
    ErregerHaemophilus influenzae Typ b, kurz Hib
    Beginn des AusbruchsSeptember 2024
    Erfasste Fälle37 bis Juli 2026
    Genetisch eng verwandte Fälle32
    Todesfälle5
    SchwerpunktHamburg, besonders Umfeld des Hauptbahnhofs
    Hauptsächlich betroffenMenschen mit inhalativem Drogenkonsum und Wohnungslose
    Mögliche schwere VerläufeSepsis, Meningitis, Lungenentzündung
    ÜbertragungVor allem durch infektiöse Atemwegssekrete
    BehandlungSchnelle Antibiotikatherapie im Krankenhaus
    Wichtigster SchutzImpfung und keine gemeinsamen Konsum- oder Rauchutensilien

    Die aktuellen Fallzahlen stammen von der Hamburger Sozialbehörde.

    Was ist die Hib Krankheit?

    Hib steht für Haemophilus influenzae Typ b. Dabei handelt es sich um ein Bakterium, das den Nasen- und Rachenraum besiedeln kann. Einige Menschen tragen den Erreger, ohne selbst Beschwerden zu entwickeln. Sie können ihn unter Umständen dennoch weitergeben.

    Entgegen dem ähnlich klingenden Namen verursacht das Bakterium keine klassische Grippe. Die Grippe wird durch Influenzaviren ausgelöst. Die Bezeichnung Haemophilus influenzae stammt aus einer Zeit, in der das Bakterium irrtümlich für den Auslöser der Influenza gehalten wurde.

    Gefährlich wird Hib vor allem dann, wenn die Bakterien die Schleimhäute überwinden und in das Blut oder andere normalerweise keimfreie Bereiche gelangen. Ärzte sprechen dann von einer invasiven Hib-Erkrankung.

    Mögliche Folgen sind:

    • Blutvergiftung, medizinisch Sepsis
    • Hirnhautentzündung, medizinisch Meningitis
    • schwere Lungenentzündung
    • Entzündung des Kehlkopfdeckels
    • Entzündungen von Gelenken oder Knochen

    Seit der Einführung der Hib-Impfung für Säuglinge im Jahr 1990 treten schwere Erkrankungen bei Kindern in Deutschland deutlich seltener auf.

    Wie ist die aktuelle Lage der Hib Krankheit in Hamburg?

    Der aktuelle Ausbruch wird seit September 2024 beobachtet. Zunächst wurden vor allem einzelne schwere Erkrankungen im Hamburger Raum bekannt. Inzwischen hat die Sozialbehörde die Zahl auf 37 Fälle und fünf Todesfälle aktualisiert.

    Bei 32 Fällen zeigte die Untersuchung des Erbguts der Bakterien eine enge Verwandtschaft. Das spricht dafür, dass ein großer Teil der Erkrankungen zu einem gemeinsamen Ausbruchsgeschehen gehört.

    Alle in Hamburg betroffenen Personen hatten nach Angaben der Behörde einen sogenannten Szenebezug. Sie hielten sich im Umfeld des Hauptbahnhofs auf und hatten Kontakt zu Menschen, die illegale Drogen konsumieren. Der überwiegende Teil der Erkrankten war wohnungslos. Bei vielen spielte der Konsum inhalativer Drogen eine Rolle.

    Diese Beobachtung bedeutet jedoch nicht, dass Drogen selbst das Bakterium erzeugen. Wahrscheinlicher sind mehrere zusammenwirkende Faktoren:

    • enger Kontakt zwischen Menschen
    • gemeinsames Benutzen von Pfeifen, Zigaretten oder Flaschen
    • geschwächte Schleimhäute
    • Mangelernährung
    • chronische Erkrankungen
    • erschwerter Zugang zu medizinischer Versorgung
    • ein geschwächtes Immunsystem

    Wer ist durch die Hib Krankheit in Hamburg besonders gefährdet?

    Der aktuelle Ausbruch betrifft keine zufällig verteilte Gruppe der Hamburger Bevölkerung. Das höchste Risiko besteht nach den bisherigen Erkenntnissen für Menschen, die sich in der offenen Drogenszene rund um den Hauptbahnhof aufhalten.

    Als besonders gefährdet gelten:

    • Menschen, die inhalative Drogen konsumieren
    • Personen ohne festen Wohnsitz
    • Menschen in einer prekären Wohnsituation
    • Personen mit Mangelernährung
    • Menschen mit chronischen Leber- oder Nierenerkrankungen
    • Menschen mit Diabetes
    • Personen mit einem geschwächten Immunsystem
    • Menschen ohne Milz oder mit eingeschränkter Milzfunktion

    Kinder sind grundsätzlich ebenfalls anfällig für schwere Hib-Erkrankungen. Allerdings erhalten Säuglinge in Deutschland normalerweise eine Grundimmunisierung. Dadurch sind schwere Verläufe bei vollständig geimpften Kindern selten geworden.

    Für gesunde Erwachsene und vollständig geimpfte Kinder besteht nach Einschätzung der Hamburger Behörden derzeit keine allgemeine Gefahrenlage. Dennoch sollten auffällige Symptome ernst genommen werden.

    Welche Symptome verursacht eine Hib-Infektion?

    Nicht jede Besiedlung mit Hib-Bakterien führt zu Beschwerden. Wenn eine invasive Erkrankung entsteht, kann sich der Zustand jedoch sehr schnell verschlechtern.

    Zu den möglichen Symptomen zählen:

    • hohes oder plötzlich auftretendes Fieber
    • starkes allgemeines Krankheitsgefühl
    • Luftnot oder schnelle Atmung
    • starke Kopfschmerzen
    • Nackensteifigkeit
    • Erbrechen
    • Benommenheit oder Verwirrtheit
    • ungewöhnliche Schwäche
    • Schmerzen beim Atmen
    • Kreislaufprobleme

    Welche Beschwerden auftreten, hängt davon ab, welches Organ betroffen ist. Bei einer Lungenentzündung stehen Husten, Atemnot und Brustschmerzen im Vordergrund. Eine Hirnhautentzündung kann starke Kopfschmerzen, Nackensteifigkeit, Lichtempfindlichkeit und Bewusstseinsveränderungen auslösen. Eine Sepsis kann unter anderem zu schneller Atmung, Herzrasen, niedrigem Blutdruck und Verwirrtheit führen.

    Bei Luftnot, Nackensteifigkeit, Bewusstseinsstörungen oder einer schnellen Verschlechterung muss sofort medizinische Hilfe gerufen werden. Im Notfall gilt die Rufnummer 112.

    Wie wird Hib übertragen?

    Hib-Bakterien werden hauptsächlich über Atemwegssekrete weitergegeben. Eine Übertragung ist beispielsweise möglich, wenn eine infizierte oder besiedelte Person hustet, niest oder aus kurzer Entfernung spricht.

    Auch gemeinsam benutzte Gegenstände können mit Speichel oder Atemwegssekreten verunreinigt sein. Im Zusammenhang mit der Hib Krankheit in Hamburg warnt die Sozialbehörde besonders vor dem Teilen von:

    • Zigaretten
    • E-Zigaretten
    • Trinkflaschen
    • Gläsern und Essgeschirr
    • Crackpfeifen und anderem Rauchzubehör
    • Drogenbesteck

    Eine Ansteckung bedeutet nicht automatisch, dass eine schwere Krankheit entsteht. Gesunde Menschen können die Bakterien häufig abwehren. Bei bestehenden Risikofaktoren steigt jedoch die Gefahr, dass der Erreger in das Blut eindringt und eine invasive Infektion auslöst.

    Ist Hib ansteckender als Grippe oder Corona?

    Hib ist nicht mit Grippe oder COVID-19 gleichzusetzen. Es handelt sich um eine bakterielle und nicht um eine virale Erkrankung. Die Übertragung erfolgt zwar ebenfalls über engen Kontakt und Atemwegssekrete, der Hamburger Ausbruch konzentriert sich bislang jedoch auf eine klar erkennbare Risikogruppe.

    Eine flächendeckende Ausbreitung in der gesamten Bevölkerung lässt sich aus den veröffentlichten Zahlen nicht ableiten. Auch die bekannten Fälle an sich bedeuten nicht, dass jeder Aufenthalt am Hamburger Hauptbahnhof zu einem hohen Infektionsrisiko führt.

    Längerer enger Kontakt und das gemeinsame Benutzen verunreinigter Utensilien sind wesentlich relevanter als eine kurze Begegnung im öffentlichen Raum.

    Wie wird die Hib Krankheit behandelt?

    Eine invasive Hib-Erkrankung muss schnell mit Antibiotika behandelt werden. Bei Verdacht erfolgt die Behandlung normalerweise im Krankenhaus. Ärzte nehmen unter anderem Blut oder andere Körperflüssigkeiten ab, um den Erreger im Labor nachzuweisen.

    Welche Antibiotika eingesetzt werden und wie lange die Behandlung dauert, hängt vom Krankheitsbild, der Schwere des Verlaufs und den Laborergebnissen ab. Bei einer Sepsis oder Hirnhautentzündung können zusätzlich intensivmedizinische Maßnahmen notwendig sein.

    Enge Kontaktpersonen eines bestätigten Erkrankten benötigen in bestimmten Situationen vorbeugend ein Antibiotikum. Darüber entscheiden das Gesundheitsamt oder die behandelnden Ärzte. Eine eigenständige Einnahme vorhandener Antibiotika ist weder sinnvoll noch sicher.

    Wer sollte sich gegen Hib impfen lassen?

    Die Ständige Impfkommission empfiehlt die Hib-Grundimmunisierung bereits im Säuglingsalter. Sie erfolgt gewöhnlich mit einem Kombinationsimpfstoff, der gleichzeitig gegen mehrere Krankheiten schützt.

    Wird eine fehlende Hib-Impfung bei einem Kind zwischen einem und vier Jahren nachgeholt, reicht normalerweise eine Impfstoffdosis. Ab dem fünften Geburtstag wird die Impfung nicht allgemein für alle Menschen empfohlen.

    Eine Impfung kann ab diesem Alter jedoch angezeigt sein:

    • bei fehlender oder eingeschränkt funktionierender Milz
    • bei bestimmten schweren Vorerkrankungen
    • während eines örtlich begrenzten Ausbruchs
    • bei einem medizinisch begründeten erhöhten Erkrankungsrisiko

    Im Zusammenhang mit dem Hamburger Ausbruch können dazu Menschen mit Drogenkonsum, Wohnungslosigkeit, Mangelernährung sowie chronischen Leber- oder Nierenerkrankungen gehören. Wer zur Zielgruppe gehört, sollte sich individuell beraten lassen. Informationen zu Hamburger Impfangeboten gibt die Sozialbehörde über die auf ihrer Hib-Informationsseite genannte Kontaktadresse.

    Wie schützt man sich vor Hib in Hamburg?

    Für die Mehrheit der Bevölkerung reichen die üblichen Hygieneregeln und ein vollständiger Impfschutz im Kindesalter aus. Menschen aus der besonders gefährdeten Gruppe sollten zusätzliche Schutzmaßnahmen beachten.

    Wichtig sind insbesondere:

    1. Zigaretten, Pfeifen und anderes Rauchzubehör nicht teilen.
    2. Keine gemeinsamen Trinkflaschen oder Essutensilien benutzen.
    3. Persönliches Drogenbesteck nicht weitergeben.
    4. Den eigenen Impfstatus ärztlich prüfen lassen.
    5. Fieber, Atemnot oder ein starkes Krankheitsgefühl frühzeitig abklären lassen.
    6. Bei deutlicher Verschlechterung sofort eine Notaufnahme aufsuchen.
    7. Bei schweren Symptomen den Notruf 112 wählen.

    Menschen in Einrichtungen der Wohnungs-, Drogen- und Suchthilfe sollten über Symptome, Impfangebote und die schnelle Behandlung informiert werden. Eine niedrigschwellige medizinische Versorgung ist besonders wichtig, weil eine invasive Hib-Erkrankung innerhalb kurzer Zeit fortschreiten kann.

    Hib Krankheit Hamburg: Kein Grund für Panik, aber weiter ernst

    Der Hamburger Hib-Ausbruch ist mit 37 Fällen und fünf Todesfällen ernst. Gleichzeitig zeigen die bisherigen Untersuchungen einen klaren Schwerpunkt: Betroffen sind überwiegend Menschen aus der Drogenszene rund um den Hauptbahnhof, häufig in Verbindung mit Wohnungslosigkeit und zusätzlichen gesundheitlichen Belastungen.

    Für die allgemeine Bevölkerung besteht deshalb nach aktuellem Behördenstand keine vergleichbare Gefährdung. Dennoch sind Information, gezielte Impfangebote und ein schneller Zugang zur Behandlung entscheidend. Besonders gefährdete Menschen sollten keine Rauch-, Trink- oder Konsumutensilien teilen und mögliche Symptome unverzüglich medizinisch abklären lassen.

    Mehr lesen: Windrose Krankheit: Symptome, Ursachen & Behandlung 2026

    Häufige Fragen zur Hib Krankheit Hamburg

    Was bedeutet Hib?

    Hib ist die Abkürzung für Haemophilus influenzae Typ b. Dabei handelt es sich um ein Bakterium, das invasive und potenziell lebensbedrohliche Erkrankungen verursachen kann.

    Wie viele Hib-Fälle gibt es in Hamburg?

    Bis Juli 2026 wurden im Zusammenhang mit dem Ausbruch 37 Fälle erfasst. Bei 32 davon waren die Erreger genetisch eng miteinander verwandt. Fünf Menschen starben.

    Muss sich jeder Hamburger gegen Hib impfen lassen?

    Nein. Eine allgemeine Hib-Impfung für alle Erwachsenen wird nicht empfohlen. Sie kann jedoch bei bestimmten Vorerkrankungen oder einem erhöhten Risiko innerhalb eines Ausbruchsgeschehens sinnvoll sein.

    Ist die Hib Krankheit für Kinder gefährlich?

    Ungeimpfte Säuglinge und Kleinkinder können schwer erkranken. Deshalb gehört die Hib-Impfung zur empfohlenen Grundimmunisierung im Säuglingsalter. Vollständig geimpfte Kinder sind in der Regel gut geschützt.

    Kann Hib eine Hirnhautentzündung verursachen?

    Ja. Eine invasive Hib-Infektion kann eine bakterielle Hirnhautentzündung auslösen. Weitere mögliche Folgen sind eine Blutvergiftung, Lungenentzündung oder Entzündung des Kehlkopfdeckels.

    Ist die Hib Krankheit eine Grippe?

    Nein. Trotz des Namens Haemophilus influenzae handelt es sich nicht um ein Influenzavirus. Hib ist ein Bakterium und verursacht keine klassische Grippe.

    Wann muss man einen Arzt aufsuchen?

    Fieber, Luftnot, starke Kopfschmerzen, Nackensteifigkeit, Erbrechen und ein außergewöhnlich starkes Krankheitsgefühl sollten besonders bei Risikopersonen sofort abgeklärt werden. Bei Atemnot, Bewusstseinsstörungen oder schneller Verschlechterung muss der Notruf 112 gewählt werden.

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